Chrysler steht vor einem ungewöhnlichen Problem: Obwohl nur ein Kernfahrzeug verkauft wird – der Pacifica-Minivan in verschiedenen Ausführungen – haben die Händler mit einem Überangebot an Lagerbeständen zu kämpfen. Anfang 2026 liegt der Bestand von Chrysler deutlich über dem Branchendurchschnitt und beträgt mehr als das Doppelte des typischen 98-Tage-Bestands. Dies ist besonders auffällig angesichts des drastisch reduzierten Angebots der Marke, das ausschließlich aus Pacifica, Pacifica Plug-in Hybrid (PHEV) und Voyager besteht.
Langsamere Verkäufe bei steigenden Preisen
Auch der breitere Automobilmarkt erlebt eine Verlangsamung. Im Januar 2026 kam es im Vergleich zum Dezember zu einem Umsatzrückgang von 22 %, wodurch sich die landesweite Versorgung an Tagen von 76 im Vormonat auf 98 Tage erhöhte. Trotzdem bleibt der durchschnittliche Angebotspreis für Neuwagen mit 49.248 US-Dollar hoch und liegt damit nur leicht unter dem Vormonat, liegt aber immer noch über dem Vorjahresniveau. Dies deutet darauf hin, dass die Hersteller trotz der schleppenden Nachfrage zögern, erhebliche Preisnachlässe anzubieten.
Strenges Winterwetter in weiten Teilen der USA dürfte zu den schwächeren Verkaufszahlen beigetragen haben, ebenso wie der typische saisonale Rückgang. Allerdings scheint das Problem für Chrysler tiefer zu liegen als nur kurzfristige Bedingungen.
Die Ein-Modell-Strategie geht nach hinten los
Chryslers Vertrauen in die Pacifica-Linie hat eine einzigartige Herausforderung geschaffen. Während Toyota, Lexus und Honda ihre Fahrzeuge schnell verkaufen (Vorrat für 28–42 Tage), bieten Chrysler-Händler erhebliche Anreize – 3.500 US-Dollar als Einzelhandelsprämie und bis zu 2.750 US-Dollar als Zuschuss –, um Lagerbestände zu verlagern. Der Voyager startet bei 41.395 US-Dollar, der Pacifica bei 44.445 US-Dollar und der PHEV bei 52.260 US-Dollar. Nicht verkaufte 2025-Modelle könnten für Käufer einen noch höheren Wert bieten.
Im vergangenen Jahr konnte Chrysler mit 126.373 verkauften Fahrzeugen eine bescheidene Verkaufssteigerung von 1 % erzielen, doch das reichte nicht aus, um den aktuellen Überschuss auszugleichen.
Was kommt als nächstes? Ein Redesign am Horizont
Chrysler bereitet ein bedeutendes Update für den Pacifica vor, dessen Veröffentlichung in der ersten Hälfte des Jahres 2026 geplant ist. Es wurden Prototypen mit einer neu gestalteten Frontpartie, beleuchteten Emblemen, die vom Halcyon-Konzept inspiriert sind, einem größeren Infotainment-Display und möglicherweise gestengesteuerten Schiebetüren gesichtet.
Allerdings könnte die PHEV-Variante im Rahmen der laufenden Produktüberprüfung von Stellantis eingestellt werden, mit Spekulationen, dass der Minivan den Hurricane 4 Turbo-Motor übernehmen könnte. Während diese Aktualisierung hilfreich sein kann, bleibt das grundlegende Problem – die nahezu vollständige Abhängigkeit von einem einzigen Fahrzeug – bestehen.
Die Situation von Chrysler verdeutlicht einen breiteren Trend: Marken, denen es nicht gelingt, zu diversifizieren, laufen Gefahr, übermäßig von einem Produkt abhängig zu werden, was sie anfällig für Marktverschiebungen und Ungleichgewichte bei den Lagerbeständen macht. Das bevorstehende Pacifica-Update ist ein notwendiger Schritt, aber für den langfristigen Erfolg ist eine robustere Aufstellung erforderlich.





















