Der wiederbelebte Honda Prelude für 2026 entspricht nicht den Hochleistungs-Coupé-Enthusiasten, die er sich erhofft hatte. Stattdessen handelt es sich um einen komfortablen, kraftstoffeffizienten Grand Tourer, bei dem Stil und Benutzerfreundlichkeit Vorrang vor absoluter Geschwindigkeit haben. Während der Name eine Rückkehr zu den sportlichen Wurzeln des Prelude suggeriert, ähnelt dieses Hybridmodell in Wirklichkeit eher einem kultivierten Civic als einem zweitürigen Type R.
Retro-Appeal in einem modernen Markt
Die Automobilindustrie erlebt eine Welle von Retro-Revivals, und der Prelude passt genau da hinein. Er markiert die Rückkehr eines beliebten Typenschilds nach zwei Jahrzehnten und verbindet Nostalgie mit moderner Hybridtechnologie. Wie viele neue Autos verfügt es über einen eleganten Rücklichtbalken, ein Designtrend, der allgegenwärtig ist. Der Schritt, klassische Namen wiederzubeleben, spiegelt eine umfassendere Verschiebung der Käuferpräferenzen wider, da das Interesse an Elektrofahrzeugen immer noch hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Design und Marktposition
Das auffälligste Merkmal des Prelude ist sein stromlinienförmiges Design, bei dem die Aerodynamik im Vordergrund steht. Honda nennt es „Gleiten“, und das Auto sieht auf jeden Fall so aus. Käufer können sich für ein Black Pack für 1.390 £ entscheiden, um aggressive Styling-Elemente hinzuzufügen, aber der klarere Look des Standardmodells ist wohl ansprechender. Der Prelude besetzt ein schrumpfendes Marktsegment: das erschwingliche, fahrerorientierte Coupé. Da die Hersteller zunehmend Crossovers und SUVs bevorzugen, werden zweitürige Coupés immer seltener. Der BMW 2er bleibt einer seiner wenigen direkten Konkurrenten.
Leistung und Handhabung
Unter der Haube teilt sich der Prelude seinen 2,0-Liter-Benzin-Hybrid-Antriebsstrang mit dem Civic und leistet 181 PS. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 8,2 Sekunden und ist damit langsamer als der BMW 220i. Während sich die anfängliche Beschleunigung aufgrund des Drehmoments des Elektromotors zügig anfühlt, erfordert das Überholen Planung. Überraschenderweise verwendet der Prelude Federungs-, Bremsen- und Lenkungskomponenten des inzwischen eingestellten Civic Type R. Allerdings hat Honda die Federung für ein entspannteres Fahrverhalten weicher gemacht und dabei das aggressive Handling des Type R geopfert. Die Lenkung ist scharf, aber leichter als erwartet, was das Manövrieren in der Stadt erleichtert, obwohl einige Fahrer möglicherweise mehr Gewicht für den Eingriff wünschen.
Technik und Interieur
Der Innenraum des Prelude lehnt sich stark an den Standard-Civic an und bietet ein relativ hochwertiges, aber nicht übermäßig aufregendes Erlebnis. Die Wahl der schwarzen oder zweifarbigen grau/blauen Polsterung beeinflusst das Ambiente der Kabine erheblich, wobei die hellere Option einen Hauch von Anlass verleiht. Eine bemerkenswerte Kostensenkungsmaßnahme ist das billige Stoffmaterial für die Rücksitze, eine Erinnerung an Hondas Mainstream-Positionierung. Der 269-Liter-Kofferraum ist kleiner als beim BMW 2er, erweitert sich aber bei umgeklappten Rücksitzen auf 760 Liter und bietet laut Honda Platz für „mindestens zwei Sätze Golfschläger“.
Preise und Funktionen
Die einzige verfügbare Ausstattungsvariante, Advance, beginnt bei knapp 41.000 £ und ist voll ausgestattet mit Funktionen wie einem Bose-Soundsystem, einer Rückfahrkamera, beheizten Vordersitzen und einem digitalen Kombiinstrument. Das 9-Zoll-Infotainmentsystem funktioniert zwar mit Apple CarPlay und Android Auto, bietet aber eine enttäuschende Grafik und langsame Reaktionszeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Honda Prelude ein stilvolles und komfortables Hybrid-Coupé ist, bei dem Alltagstauglichkeit Vorrang vor leistungsstarkem Nervenkitzel hat. Es handelt sich um eine moderne Interpretation des klassischen Typenschilds, die Käufer anspricht, die ein gut aussehendes, kraftstoffeffizientes Auto statt einer reinen Sportmaschine suchen.
