London stellt den neuen Routemaster-Bus, ein 2012 eingeführtes Diesel-Hybridmodell, aus dem Verkehr, während die Stadt auf eine vollständig elektrische Flotte öffentlicher Verkehrsmittel umsteigt. Der Umzug markiert das Ende einer Ära für ein Fahrzeug, das zum Synonym für die Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters Boris Johnson wurde und ihm den Spitznamen „Boris Bus“ einbrachte.
Die Umstellung auf Elektro
Transport for London (TfL) ersetzt systematisch die von Wrightbus hergestellten Routemaster durch emissionsfreie Alternativen. Auf vier wichtigen Strecken werden die Busse in diesem Jahr ausgemustert, eine weitere soll 2028 entfernt werden. Dieser Übergang spiegelt ein umfassenderes Engagement für Nachhaltigkeit und saubere Luft in der Hauptstadt wider. Derzeit machen Elektrofahrzeuge bereits rund 30 % der 8.500 Busse umfassenden Londoner Busflotte aus.
Politischer Kontext und Designfehler
Die Entscheidung, die Busse aus dem Verkehr zu ziehen, wurde vom derzeitigen Bürgermeister Sadiq Khan befürwortet, der zuvor den Routemaster als verschwenderisches und schlecht gestaltetes Erbe seines Vorgängers kritisiert hatte. Khan wies auf Probleme mit den Bussen hin, darunter nicht zu öffnende Fenster und unzuverlässige Klimaanlagen, und nannte sie „unglaublich teuer“. Seine Regierung versprach, dem Preis-Leistungs-Verhältnis Priorität einzuräumen und effizientere, emissionsfreie Busse mit verbesserten Funktionen einzuführen.
Ein Design, das aus Zusammenarbeit entsteht
Die Ursprünge des Routemaster reichen bis ins Jahr 2007 zurück, als Autocar den Busdesigner Capoco beauftragte, einen modernen Ersatz für den ursprünglichen Routemaster zu entwerfen. Das daraus resultierende RMXL-Konzept – ein wasserstoffbetriebener Hybrid mit Retro-Designelementen – erregte die Aufmerksamkeit des damaligen Bürgermeisters Boris Johnson, der später einen Wettbewerb startete, um ein ähnliches Design in Produktion zu bringen. Das Endergebnis war der neue Routemaster, der ab 2012 von Wrightbus gebaut wurde.
Langfristiger Ausblick
Trotz der Ausmusterung könnten einige der jüngsten Routemaster auch nach 2030 im Einsatz bleiben. TfL prognostiziert, dass die Dieselbusse bis 2034 vollständig abgeschafft sein werden. Der schrittweise Rückzug signalisiert jedoch das Ende eines besonderen Kapitels in der Geschichte des Londoner öffentlichen Nahverkehrs.
„Das öffentliche Beschaffungswesen kümmert sich wenig um Sentimentalität.“
Die Ausmusterung des „Boris-Busses“ zeigt beispielhaft, dass pragmatische Überlegungen – Kosten, Effizienz und Umweltauswirkungen – bei Entscheidungen über öffentliche Ausgaben letztendlich die nostalgische Verbundenheit überwiegen.
