Audi hat seine Namenskonvention offiziell überarbeitet und die langjährige Bezeichnung A4 zugunsten des neuen A5 abgeschafft. Während der Name auf eine traditionelle Limousine schließen lässt, handelt es sich beim neuen A5 in Wirklichkeit um einen fünftürigen Liftback (oder Sportback), eine Designwahl, die mehr Nutzen bietet, sich aber von der klassischen Drei-Box-Silhouette seiner Konkurrenten unterscheidet.
Diese Verschiebung spiegelt einen breiteren Trend im Luxussegment hin zu „viertürigen Coupés“ und Liftbacks wider, die versuchen, die Eleganz eines Coupés mit der Zweckmäßigkeit eines Kombis zu verbinden. Wie wir jedoch sehen werden, bringt die neueste Entwicklung von Audi ebenso viele Komplikationen wie Innovationen mit sich.
Design und Präsenz
Der A5 zeichnet sich im Vergleich zu den scharfen, klaren Linien des Vorgängers A4 durch eine rundere, modernere Ästhetik aus. Es übernimmt Designmerkmale des größeren A7, insbesondere eine markante, durchgehende Rücklichtleiste und animierte Lichtsequenzen beim Verriegeln.
Während das Design ansprechend ist, fühlt es sich im vorderen Bereich etwas „überarbeitet“ an. Das getestete Basismodell wurde in Firmament Blue lackiert, einem tiefen, gedämpften Farbton, dem die Lebendigkeit ausdrucksstärkerer Farben fehlt. Bemerkenswert ist, dass der A5 auf dem neuen Premium Platform Combustion (PPC) basiert und im Gegensatz zu seinen Hauptkonkurrenten – dem BMW 3er und der Mercedes-Benz C-Klasse – das Einstiegsmodell weiterhin Frontantrieb hat.
Interior: High Tech, Questionable Quality
Audi ist seit langem der Maßstab für Luxus im Innenraum, doch der neue A5 präsentiert eine verwirrende Mischung aus High-End-Technologie und enttäuschender Materialauswahl.
Das digitale Erlebnis
Um globale Märkte (insbesondere China) zu bedienen, in denen „bildschirmlastige“ Armaturenbretter die Norm sind, hat Audi ein Drei-Bildschirm-Setup implementiert:
* Zentraler 14,5-Zoll-Touchscreen: Bietet gestochen scharfe Grafiken, leidet aber unter einer Menüstruktur, die eine Lernkurve erfordert.
* 11,9-Zoll-Digitalinstrumentenkombi: Bietet wichtige Daten, es fehlt jedoch die Vollbild-Kartenansicht, die viele Fahrer erwarten.
* 10,9-Zoll-Beifahrer-Touchscreen: Soll dem Beifahrer die Steuerung von Navigation oder Medien ermöglichen, obwohl sein Nutzen in der Praxis begrenzt erscheint.
Wesentliche Bedenken
Während der Innenraum modern aussieht, fehlt der Ausführung das „Premium“-Feeling, für das Audi bekannt ist.
– Glanzschwarze Verzierung: Wird häufig auf der Mittelkonsole verwendet und ist ein Magnet für Fingerabdrücke und Staub.
– Materialqualität: Einige Bereiche bestehen aus strukturiertem Kunststoff, der sich preisgünstig anfühlt, und bestimmte Komponenten des Armaturenbretts erzeugten beim Testen hörbare Knarrgeräusche.
– Taktiles Feedback: Der Trend hin zu berührungsempfindlichen Lenkradsteuerungen und bildschirmbasierten Klimasteuerungen ersetzt physische Tasten durch „plastische“ Klicks, denen es an Luxus mangelt.
Leistung und Fahrdynamik
Das getestete Modell ist der TFSI 150kW, der Einstieg in die Produktpalette. Mit einem Preis von über 80.000 US-Dollar handelt es sich um eine erhebliche Investition für ein Fahrzeug mit Frontantrieb.
Unterwegs
Das Fahrerlebnis ist eine Studie der Widersprüche:
* Fahrkomfort: Das Fahrwerk ist ausgezeichnet und absorbiert Stöße und Spurrillen souverän und kultiviert.
* Steering: This is a weak point. Selbst im „Dynamic“-Modus fehlt der Lenkung das „Straßengefühl“, sie bietet eher ein künstliches Gewicht als eine echte Kommunikation mit dem Fahrer.
* Getriebe: Die Siebengang-Doppelkupplungsautomatik arbeitet sanft und schnell, kann jedoch beim Kriechen im dichten Verkehr leichte Vibrationen aufweisen.
* Effizienz: Praxistests ergaben einen Kraftstoffverbrauch von 8,1 l/100 km im gemischten Fahrbetrieb, der auf 10,8 l/100 km in stark befahrenen städtischen Umgebungen anstieg.
Technologiefehler
Während die Fahrerassistenzsysteme im Allgemeinen gut funktionieren, gab es Fälle von „Phantombremsungen“, bei denen das Auto auf nicht vorhandene Bedrohungen reagierte. Am frustrierendsten ist, dass die Rückfahrkamera unter einer starken „Fischaugen“-Verzerrung und spürbaren Verzögerungen leidet, was das Einparken schwieriger macht, als es in einem Premiumfahrzeug sein sollte.
Das Urteil
Der Audi A5 2026 ist ein Fahrzeug zwischen zwei Welten. Es bietet eine hochmoderne, technisch fortschrittliche Kabine und ein anspruchsvolles Fahrgefühl, hat jedoch mit inkonsistenter Materialqualität und einem Mangel an taktiler Ansprache zu kämpfen.
Während es dem A5 gelingt, in die Zukunft der digitalen Integration zu blicken, verliert er gelegentlich die „Premium“-Seele, die seine Vorgänger auszeichnete.
Zusammenfassung: Der Audi A5 ist ein stilvoller, techniklastiger Liftback, der sich durch Fahrkomfort auszeichnet, aber hinsichtlich der Innenausstattung, des Luxus und der Lenkrückmeldung zu kurz kommt.
