Nordirland ist Vorreiter bei einem strengeren Ansatz bei der Führerscheinvergabe und führt als erste Region im Vereinigten Königreich ein abgestuftes System ein, das Unfälle unter neuen Autofahrern reduzieren soll. Die im Oktober in Kraft tretenden Änderungen führen obligatorische Schulungszeiten und Einschränkungen für frisch qualifizierte Fahrer ein und spiegeln Programme wider, die bereits in Ländern wie Australien und den Vereinigten Staaten angewendet werden.
Stufenweiser Ansatz zur Lizenzierung
Nach den neuen Regeln müssen angehende Fahrer mindestens sechs Monate lang einen vorläufigen Führerschein besitzen, bevor sie für eine praktische Prüfung berechtigt sind. In dieser Zeit geht es nicht nur ums Warten; Es erfordert den Abschluss eines strukturierten Schulungsprogramms, das von einem zugelassenen Ausbilder oder Aufsichtsführer bestätigt wurde. Das bedeutet längere Wartezeiten, aber auch einen gründlicheren Vorbereitungsprozess.
Zweijährige Sperrfrist
Die Einschränkungen enden nicht mit der Führerscheinprüfung. Für neu zugelassene Fahrer gelten Einschränkungen für zwei Jahre, unter anderem durch das deutlich sichtbare Anbringen von R-Schildern. In den ersten sechs Monaten gelten für Fahrer unter 24 Jahren Fahrgastbeschränkungen in den späten Nachtstunden. Sie dürfen nur einen Passagier im Alter von 14 bis 20 Jahren befördern, mit Ausnahme von Familienangehörigen und erwachsenen Aufsichtspersonen.
Warum das wichtig ist
Junge Fahrer (im Alter von 17 bis 23 Jahren) sind unverhältnismäßig häufig in schwere und tödliche Unfälle verwickelt, obwohl sie nur einen kleinen Prozentsatz aller Fahrer mit Führerschein ausmachen. Hier geht es nicht darum, neue Fahrer zu bestrafen, sondern darum, das Risiko während der gefährlichsten Zeit ihres Fahrerlebnisses statistisch zu reduzieren. Das Ziel besteht darin, Unfälle zu reduzieren, indem risikoreiche Verhaltensweisen wie nächtliches Fahren mit mehreren jungen Passagieren eingeschränkt werden.
Entfernen der Geschwindigkeitsbegrenzung
Eine bemerkenswerte Änderung ist die Aufhebung der bisherigen Geschwindigkeitsbegrenzung von 45 mph (72 km/h) für eingeschränkte Fahrer. Damit geht man auf Beschwerden ein, dass die Beschränkung neue Fahrer dazu zwingt, den Verkehrsfluss auf schnelleren Straßen zu behindern. Der Schritt legt ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Praktikabilität nahe.
Potenzial für eine breitere Akzeptanz
Fahrlehrer in Nordirland haben die Änderungen weitgehend begrüßt, einige fordern jedoch weitere Klarstellungen zu den Einzelheiten der Umsetzung. Von den Gesetzgebern in England, Schottland und Wales wird erwartet, dass sie die Wirksamkeit des Programms genau überwachen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ähnliche Beschränkungen im Rest des Vereinigten Königreichs in Betracht gezogen werden, wenn sich das Nordirland-Modell als erfolgreich erweist.
„Das Ziel besteht darin, die Sicherheit zu verbessern, nicht darin, neue Fahrer zu bestrafen“, sagt ein Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur. „Diese Maßnahmen sollen jungen Fahrern die Zeit und Erfahrung geben, die sie brauchen, bevor sie mehr Verantwortung übernehmen.“
Das neue System stellt einen bedeutenden Wandel in der Herangehensweise Nordirlands an die Fahrerausbildung dar. Durch die Verlangsamung des Wegs zur völligen Unabhängigkeit beim Fahren hoffen die Behörden, Leben zu retten und die finanziellen und emotionalen Kosten von Verkehrsunfällen zu senken.




















