Der traditionelle Markt für Oberklassewagen wird seit langem von deutschen Marken dominiert. Allerdings verändert eine neue Ära der Elektrifizierung die Landschaft und ermöglicht es schwedischen und französischen Herstellern, den Status quo in Frage zu stellen. Wir haben kürzlich zwei Flaggschiff-Elektrokonkurrenten – den Volvo ES90 und den DS No8 – gegeneinander antreten lassen, um zu sehen, ob sie die Luxushierarchie durchbrechen können.
Die Konkurrenten
Der Volvo ES90 markiert einen bedeutenden Wendepunkt für die schwedische Marke und ersetzt den verbrennungsbetriebenen S90. Er basiert auf der gleichen anspruchsvollen Plattform wie der SUV EX90 und bietet eine praktischere Fließheck-Silhouette und einen technisch fortschrittlichen Innenraum, der für den modernen Profi konzipiert ist.
Der DS No8 repräsentiert für DS Automobiles den Gipfel des französischen Luxus. Als „SUV-Coupé“ bezeichnet, soll es durch kühnes, avantgardistisches Design hervorstechen. Obwohl er zu einem günstigeren Preis als der Volvo auf den Markt kommt, steht er vor der Herausforderung zu beweisen, dass „skurriles“ Design in Mainstream-Luxusappeal umgesetzt werden kann.
Leistung und Fahrdynamik
Bei beiden Fahrzeugen handelt es sich um schwere, großformatige Maschinen, bei deren Konstruktion der Schwerpunkt eher auf Fahrgastkomfort als auf temperamentvollem Fahren liegt.
- Volvo ES90: Bietet ein „limousinenähnliches“ Erlebnis. Bei hohen Geschwindigkeiten ist die Fahrt außergewöhnlich ruhig, allerdings kann der lange Radstand gelegentlich größere Unebenheiten in den Innenraum übertragen.
- DS No8: Bietet mehr Schlagkraft auf dem Papier mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,4 Sekunden (im Vergleich zum Volvo mit 6,6 Sekunden). Dem Antriebsstrang fehlt jedoch ein gewisses Ansprechverhalten, und das Fahrgefühl ist etwas unruhiger als beim schwedischen Konkurrenten.
Technologie- und Innenraumerlebnis
Beim digitalen Cockpit verfolgen die beiden Autos völlig unterschiedliche Herangehensweisen:
Der Volvo: Nahtlose Integration
Der ES90 nutzt ein von Google abgeleitetes Betriebssystem, das intuitiv und elegant ist. Während einige Bedienelemente – wie die Spiegelverstellung – auf den Touchscreen verlagert wurden (ein Vorgang, der sich bei der Ersteinrichtung als umständlich anfühlen kann), ist das System nach der Beherrschung äußerst effizient. Volvo hat auch „Doppelfunktions“-Bedienelemente eingeführt, beispielsweise eine einzige Steuerung, die sowohl die Sitzbewegung als auch die Lordosenstütze steuert.
Der DS: Art-Deco-Opulenz
Der No8 lehnt sich stark an seine Pariser Wurzeln an und bietet eine Kabine voller einzigartiger Designelemente und High-End-Audio. Herausragend ist das optionale Electra 3D Focal-Soundsystem, das ein beeindruckendes Surround-Sound-Erlebnis mit 14 Lautsprechern bietet. Allerdings lässt die Verarbeitungsqualität die in dieser Preisklasse erwartete konsequente Perfektion vermissen; Kleinere Unstimmigkeiten bei der Außenplakette und etwas „fummelige“ Türöffner beeinträchtigen den Premium-Eindruck.
Effizienz und Praktikabilität
Im Elektrozeitalter sind Reichweite und Platzangebot die ultimativen Erfolgsmaßstäbe.
| Funktion | Volvo ES90 (getestet) | DS Nr. 8 (getestet) |
|---|---|---|
| Effizienz | 3,3 Meilen/kWh | 2,9 Meilen/kWh |
| Realer Bereich | ~290 Meilen | ~282 Meilen |
| Offizielles Sortiment | 411 Meilen | 412 Meilen |
Hinweis zur Reichweite: Beide Autos blieben während des Tests deutlich hinter ihren offiziellen WLTP-Schätzungen zurück. Für Fernreisende ist diese Diskrepanz von entscheidender Bedeutung.
Passagierraum: Keines der beiden Autos ist in seiner Klasse Spitzenreiter beim Komfort auf den Rücksitzen. Aufgrund der abfallenden Dachlinien der Coupé-/Fließheck-Designs und der hohen Böden, die durch die Platzierung der Batterie erforderlich sind, ist die Kopffreiheit ausreichend, aber die Beinfreiheit und die Unterstützung unter den Oberschenkeln mangelt es bei beiden Modellen etwas.
Urteil: Welches sollten Sie kaufen?
🏆 Gewinner: Volvo ES90
Der Volvo gewinnt aufgrund von Substanz und Raffinesse. Obwohl der Einstiegspreis höher ist, zahlen Sie für überlegene Effizienz, eine ruhigere Fahrt und ein umfassenderes Luxuserlebnis. Vom ersten Moment an fühlt es sich wie ein komplettes High-End-Produkt an.
🥈 Zweiter: DS No8
Der DS No8 ist die Wahl für den Individualisten. Wenn Ihnen deutscher Luxus zu klinisch ist, sorgt der DS mit seinem Art-Déco-Stil und seiner markanten Silhouette für frischen Wind. Es ist eine schöne, leise Maschine, auch wenn ihr die sorgfältige Verarbeitung und Effizienz des Volvo fehlt.
Zusammenfassung: Der Volvo ES90 ist das ausgefeiltere, effizientere und logisch konstruierte Executive-Tool, während der DS No8 als stilvolle, charaktervolle Alternative für diejenigen dient, die Design über technische Perfektion stellen.
