Der Škoda Fabia 130 ist ein überraschend relevantes Angebot in einem schrumpfenden Segment. Obwohl es sich nicht um einen vollwertigen vRS handelt, stellt er die leistungsorientierteste Version des neuesten Fabia dar und markiert das 130-jährige Jubiläum von Škoda mit einer bescheidenen Leistungssteigerung auf 175 PS. Hier geht es nicht um absolute Geschwindigkeit; Es geht darum, eine Lücke zu schließen, die durch verschwindende Rivalen entstanden ist.
Entwickelt für subtile Gewinne
Der 1,5-TSI-Motor „Evo2“ erhält ECU-Optimierungen und verbesserte Komponenten aus der gesamten globalen Lieferkette des Volkswagen-Konzerns – einschließlich Teilen aus Mexiko und China –, um die Leistungssteigerung um 26 PS zu erreichen. Škoda verzichtet bewusst auf ein Schaltgetriebe und bietet lediglich ein Siebengang-DSG an, das für schnellere Schaltvorgänge neu abgestimmt wurde. Die Einzelrad-Option ermöglicht eine präzise Abstimmung der Federung, ein Detail, das bei Sondereditionen oft übersehen wird.
Aussehen und Innendetails
Der Fabia 130 verfügt über subtile visuelle Hinweise: „130“-Embleme, einen schwarzen Streifen unter der Heckscheibe und einen aggressiveren Diffusor mit sichtbaren Auspuffrohren. Im Innenraum sorgen manuell verstellbare Sportsitze für ordentlichen Halt, eine Oberschenkelpolsterung fehlt allerdings. Der Innenraum behält das praktische Layout des Fabia mit physischen Bedienelementen und intuitiver Technik bei, aber die Materialqualität wirkt angesichts des höheren Preises fraglich.
Fahrerlebnis: Ein ausgewogener Ansatz
Auf britischen Straßen liefert der Fabia 130 ein gut abgestimmtes Fahrwerk. Er ist zwar nicht so scharf wie ein Renault Clio RS Cup, bietet aber guten Grip und gutes Einlenkverhalten. Der Sportmodus ermöglicht kontrolliertes Übersteuern, eine vollständige Systemabschaltung ist jedoch nicht möglich. Obwohl es kein Sperrdifferential gibt, ahmt die Traktionskontrolle eines bei rutschigen Bedingungen effektiv nach. Das Feedback der Lenkung ist nicht außergewöhnlich, vergleichbar mit einem Mini Cooper und nicht mit dem schärferen Gefühl, das bei ersten Tests festgestellt wurde.
Die Federung mit einfachen passiven Dämpfern und einem Verbundlenker hinten sorgt für ein überraschend komfortables Fahrgefühl, ohne sich spröde anzufühlen. Fahrerassistenzsysteme funktionieren zuverlässig und können bei Bedarf einfach deaktiviert werden.
Marktposition und Preisgestaltung
Ab 29.995 £ bietet der Fabia 130 ein einzigartiges Platzangebot. Der Hyundai i20 N und der Ford Fiesta ST werden nicht mehr hergestellt, was ihn zu einem der wenigen noch erhältlichen warmen Schrägheckmodelle macht. Er ist deutlich teurer als der mechanisch ähnliche Fabia Monte Carlo, und Optionspakete (Winter Premium und Charging) erhöhen die Kosten. Hauptkonkurrent ist der Mini Cooper, wobei der Dreizylinder-Cooper C günstiger und der Vierzylinder-Cooper S teurer ist.
Die verschwindende Nische
Der Škoda Fabia 130 ist kein Hot Hatch; es ist warm. In einer Zeit, in der die Hersteller diese Kategorie aufgeben, füllt sie eine Lücke, die der Suzuki Swift Sport, der eingestellte Hyundai i20 N und der fehlende Vauxhall Corsa VXR hinterlassen haben. Da auch der Volkswagen Polo GTI ausläuft, dominiert Škoda dieses schrumpfende Segment nun faktisch.
Beim Fabia 130 geht es nicht darum, Rundenrekorde aufzustellen; Es geht darum, eine unterhaltsame, praktische und immer seltener werdende Alternative in einem Markt bereitzustellen, in dem warme Schräghecklimousinen zu einem Relikt werden.
