Ein Freihandelsabkommen (FTA) zwischen Australien und der Europäischen Union steht kurz vor dem Abschluss. Ein wichtiges Ergebnis könnte die Abschaffung der umstrittenen Luxusautosteuer (Luxury Car Tax, LCT) sein. Die jüngsten Gespräche in Belgien, an denen der australische Handelsminister Don Farrell und die EU-Kommissare Maroš Šefčovič und Christophe Hansen teilnahmen, zeigten „konstruktive und positive“ Fortschritte. Die einzige verbleibende Hürde scheint darin zu bestehen, Differenzen über Fleischexporte beizulegen.
Die Einsätze: Was steckt hinter dem Deal?
Die EU drängt darauf, dass Australien den LCT abschafft, während Australien einen erweiterten Zugang zu den europäischen Agrarmärkten anstrebt. Die LCT, die derzeit auf Fahrzeuge über 80.567 US-Dollar (bzw. 91.387 US-Dollar für kraftstoffeffiziente Modelle) angewendet wird, erhebt eine Steuer von 33 % auf den Mehrpreis. Diese Steuer wirkt sich überproportional auf den Verkauf von Luxusautos aus, wirkt sich aber auch auf beliebte australische Fahrzeuge wie den Toyota LandCruiser und den Nissan Patrol aus.
Warum das wichtig ist: Das LCT erwirtschaftet jährlich über 1,2 Milliarden US-Dollar durch australische Verbraucher, wobei etwa 40 % dieser Einnahmen aus europäischen Autoverkäufen stammen. Ohne ein Freihandelsabkommen unterliegen europäische Fahrzeuge außerdem einem Einfuhrzoll von 5 %, wodurch sie im Vergleich zu aus Japan, China, Thailand und Südkorea importierten Autos benachteiligt werden.
Der LCT: Ein genauerer Blick auf die Steuer
Das LCT war ursprünglich dazu gedacht, die lokale Fertigung zu schützen, aber da die australische Automobilindustrie weitgehend verschwunden ist, dient es nun als Einnahmequelle. Die Schwellenwerte für den LCT werden jährlich auf der Grundlage des Verbraucherpreisindex (CPI) angepasst. Die jüngsten Änderungen, die am 1. Juli 2025 in Kraft treten sollen, werden die Definition „kraftstoffeffizienter“ Fahrzeuge weiter einschränken und möglicherweise die Steuerbelastung für einige Modelle erhöhen.
Die Auswirkungen: Die plötzliche Aufhebung des LCT ist ein umstrittenes Thema. Einige Händler befürchten einen plötzlichen Rückgang des Wiederverkaufswertes, wenn die Steuer über Nacht wegfällt. Branchenverbände wie die Australian Automotive Dealer Association (AADA) plädieren entweder für eine vollständige Abschaffung oder für Reformen, wie etwa eine Anhebung des Schwellenwerts oder die Befreiung emissionsarmer Fahrzeuge.
Was passiert als nächstes?
Die Verhandlungen befinden sich nun in der Endphase und es wird erwartet, dass die Staats- und Regierungschefs die Vereinbarung bald überprüfen werden. Wenn das Freihandelsabkommen abgeschlossen wird, könnte es die Kosten europäischer Autos für australische Käufer erheblich senken. Das Abkommen wäre auch ein großer Fortschritt in den Handelsbeziehungen zwischen Australien und der EU, die bereits jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar austauschen.
Das Fazit: Die mögliche Abschaffung des LCT ist eine bedeutende Entwicklung für australische Verbraucher, Autohändler und den breiteren Automobilmarkt. Wenn der Deal zustande kommt, wird er wahrscheinlich zu günstigeren Luxusautos, mehr Wettbewerb und einer Veränderung der Dynamik der australischen Automobilindustrie führen.






















