Jaguar, das kürzlich das Ende der Verbrennungsmotoren (ICE) erklärt hat, als der letzte benzinbetriebene F-Pace vom Band lief, prüft möglicherweise in aller Stille eine Rückkehr zur Hybridtechnologie für sein kommendes Elektrofahrzeug (EV) vom Typ 00. Berichten zufolge prüfen Ingenieure einen Benzinmotor zur Reichweitenverlängerung, um die Angst vor der Reichweite zu lindern und die Gesamtfahrstrecke des Fahrzeugs möglicherweise auf 684 Meilen (1.100 Kilometer) zu erhöhen.
Der Strategiewechsel
Das Engagement von Jaguar, eine vollelektrische Marke zu werden, war von zentraler Bedeutung für die jüngste Umstrukturierung. Allerdings könnten Bedenken hinsichtlich der realen Reichweite des Typ 00 – die im WLTP-Zyklus auf 478 Meilen (770 Kilometer) geschätzt wird – potenzielle Käufer abschrecken. Die Hinzufügung eines kleinen Benzinmotors als Generator würde es Jaguar ermöglichen, eine Option mit größerer Reichweite anzubieten, ohne seine Elektroambitionen völlig aufzugeben. Dieser Ansatz würde, ähnlich wie beim früheren i3 REx von BMW, die Räder nicht direkt antreiben, sondern stattdessen die Batterie während der Fahrt aufladen.
Warum das wichtig ist
Die mögliche Einbeziehung eines Range Extenders verdeutlicht ein zentrales Dilemma, mit dem die Hersteller von Elektrofahrzeugen konfrontiert sind: Verbraucherakzeptanz versus strenge Umweltverpflichtungen. Während viele Käufer gerne auf Elektrofahrzeuge umsteigen, bleibt die Angst vor der Reichweite ein erhebliches Hindernis. Eine Hybridoption könnte die Lücke schließen und Kunden anziehen, die zögern, vollständig auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Dieser Schritt unterstreicht auch den finanziellen Druck auf Jaguar, das versucht, seine Luxusmarke angesichts begrenzter Produktionskapazitäten wiederzubeleben.
Widersprüchliche Berichte und das Schweigen von JLR
Der ursprünglich von The Times veröffentlichte Bericht deutet eine „geheime Initiative“ innerhalb von Jaguar zur Erforschung von EREV-Konfigurationen (elektrische Reichweitenverlängerungsfahrzeuge) an. Jaguar Land Rover (JLR) lehnte eine Stellungnahme ab, was die Spekulationen anheizte. Autocar behauptet jedoch, der Bericht sei „Unsinn“, und ein Jaguar-Sprecher hat die Existenz solcher Pläne offiziell dementiert.
Trotz der widersprüchlichen Aussagen deutet die Tatsache, dass die Diskussion entstanden ist, auf eine interne Debatte hin. JLR entwickelt in Zusammenarbeit mit Chery bereits Range-Extender-Optionen für seine Marke Freelander, was darauf hindeutet, dass die Technologie verfügbar ist.
Was Sie erwartet
Im Falle einer Genehmigung würde der Typ 00 mit größerer Reichweite wahrscheinlich nicht später in diesem Jahr zusammen mit dem Standard-Elektrofahrzeug auf den Markt kommen. Die Überarbeitung eines Fahrzeugs, das sich bereits in der Entwicklung befindet, wäre kostspielig, und die EREV-Version würde wahrscheinlich später im Lebenszyklus des Modells mit einem höheren Preis auf den Markt kommen – möglicherweise über den 120.000 US-Dollar, die für das Standard-Elektromodell erwartet werden.
Die Entscheidung, Optionen zur Reichweitenverlängerung zu prüfen, spiegelt einen pragmatischen Wandel wider und erkennt an, dass selbst Käufer von Luxus-Elektrofahrzeugen möglicherweise die Praktikabilität über ideologische Reinheit stellen.
Letztendlich wird die endgültige Entscheidung von Jaguar darüber entscheiden, ob das Unternehmen eine reine Elektromarke bleibt oder einen flexibleren Ansatz verfolgt, um den Marktanforderungen gerecht zu werden.






















