Warum Luxusautohersteller Ihnen den Weiterverkauf Ihres Supersportwagens verbieten

Sie haben gerade einen sechs- oder siebenstelligen Betrag auf ein Hypercar geworfen. Du hast die Warteliste überstanden. Sie haben die Prüfung bestanden. Und dann wurde Ihnen natürlich klar, dass es nicht alles war, was Sie sich erhofft hatten. Dein erster Instinkt? Drehen Sie es mit Gewinn um und gehen Sie mit einem Stapel Bargeld davon.

Mach dir keine Sorgen.

Mehrere High-End-Hersteller nehmen strikte Weiterverkaufsverbotsklauseln in ihre Kaufverträge auf. Sie wollen sicherstellen, dass diese Maschinen in den Händen von Enthusiasten und nicht von Spekulanten bleiben. Das ist kein Gerücht. Es ist eine vertragliche Realität, die den Hypercar-Markt umgestaltet.

Das Mercedes-AMG Project One

Mercedes-AMG ist der jüngste Automobilhersteller, der diese Beschränkungen durchsetzt. Das Mercedes-AMG Project One ist wohl der bisher aggressivste Schritt. Es ist das erste straßenzugelassene Formel-1-Auto des deutschen Herstellers. Der Preis liegt bei 3 Millionen US-Dollar.

Es werden nur 275 Einheiten produziert. Alle sind ausverkauft.

Der Haken? Eigentümer können den Wagen nicht einfach vom Parkplatz wegfahren und ihn für den doppelten Preis bei „Bring a Trailer“ anbieten. Der Vertrag beinhaltet eine Beschränkung des Weiterverkaufs des Fahrzeugs. Die genaue Dauer dieses Verbots wurde noch nicht öffentlich bekannt gegeben, aber Käufer werden mit der Beschränkung ab der Lieferung Anfang 2019 konfrontiert sein.

Aston Martin und die Walküre

Mercedes ist nicht allein. Die Praxis brodelt seit Jahren im Luxussegment. Im Jahr 2017 begann Aston Martin mit der Vergabe von Plätzen für den Valkyrie.

Dies ist eine limitierte Auflage von nur 175 Autos. Der veranschlagte Preis betrug 3,2 Millionen US-Dollar. Die Auslieferung war für 2019 geplant. Aston Martin bestätigte zunächst keine feste Weiterverkaufsklausel im Vertrag für das fertige Fahrzeug. Hinsichtlich der Zuteilungen zogen sie jedoch einen Schlussstrich.

CEO Andy Palmer nutzte Twitter, um die Haltung klarzustellen. Wenn Sie Ihre Zuteilung umkehren würden – das Recht, ein Auto zu kaufen, das es noch nicht gab – würden Sie von künftigen Käufen limitierter Aston Martin-Modelle ausgeschlossen. Die Botschaft war klar: Wir wollen keine Flossen. Wir wollen Eigentümer.

Zweijähriges Verbot des Ford GT

Ford war noch deutlicher. Der Ford GT, der 500.000 US-Dollar kostete, war ein Auto des Modelljahres 2017. Ford hat es nicht einfach an den Meistbietenden verkauft. Sie wählten aus Tausenden von Bewerbern einige Hundert Käufer aus.

Der Zustand dieses Handpicks? Sie können das Auto zwei Jahre lang nach Erhalt nicht verkaufen.

Einige Käufer versuchten, diese Regel zu ignorieren. Es kam nicht gut an.

Ist es legal?

Dies wirft eine einfache Frage auf: Kann ein Autohersteller Ihnen rechtlich verbieten, Ihr eigenes Auto zu verkaufen? Die Antwort ist chaotisch.

Ford verklagte den Wrestler John Cena, als dieser seinen GT im November 2017 weiterverkaufte. Der Fall wurde im Juni 2018 außergerichtlich beigelegt. Die Bedingungen dieser Einigung sind uns nicht bekannt. Hat Cena eine Strafe bezahlt? War er gezwungen, es zurückzukaufen? Die Details sind versiegelt.

Dann war da noch Michael Flynn (nicht der Schauspieler). Er verkaufte seinen Ford GT über Mecum Auctions. Flynn hatte das Auto vermutlich unter Umgehung der Zweijahresregel von seinem ersten Besitzer gekauft. Die Optik gefiel Ford nicht. Zu sehen, wie ein limitierter Supersportwagen bei einem großen Sammlerauktionshaus verkauft wurde, sah schlecht aus.

Ford beantragte eine einstweilige Verfügung, um den Verkauf zu stoppen. Ein Richter entschied zugunsten von Mecum. Die Auktion ging weiter.

Die Rechtslandschaft ist also unklar. Einerseits ist eine Vertragsklausel durchsetzbar. Andererseits könnten Käufer ungeschoren davonkommen, wenn der Hersteller sie nicht rechtzeitig erwischt. Wenn Sie eines dieser extrem seltenen Autos besitzen, ist es dann wirklich eine Belastung, es ein paar Jahre lang zu fahren?

Ferraris Leasingmodell

Die Geschichte bietet eine andere Lösung. In den 1990er Jahren vermied Ferrari die Wiederverkaufsdebatte vollständig, indem es seinen limitierten F50 mietete.

Kunden haben den F50 nicht gekauft. Sie haben es gepachtet. Der Deal sah so aus:

  • Anzahlung: Fast 250.000 $.
  • Monatliche Zahlungen: 5.600 $ für zwei Jahre.
  • Eigentum: Das Auto blieb technisch gesehen bis zum Ende Eigentum von Ferrari.

Um das Auto am Ende der zwei Jahre zu besitzen, musste der Leasingnehmer eine Schlusszahlung in Höhe von 150.000 US-Dollar leisten.

Diese Struktur machte es unmöglich, das Auto sofort umzudrehen. Der Titel wurde erst nach der letzten Zahlung übertragen. Es war eine clevere Möglichkeit, den Vertrieb zu kontrollieren, ohne dass es einer Klage bedarf.

Der Trend ändert sich. Die Hersteller haben es satt, ihre technischen Wunderwerke als Investitionsinstrumente und nicht als zielgerichtete Erlebnisse behandelt zu sehen. Ob diese Klauseln vor Gericht Bestand haben, bleibt abzuwarten. Aber im Moment gilt: Wenn Sie ein Hypercar wollen, kaufen Sie es, um es zu behalten. Für eine Weile.