Chery strebt die Top Drei in Großbritannien an

Chery kommt nicht nur nach Großbritannien.

Sie versuchen, es zu besitzen. Oder zumindest näher kommen. Chinas größter Autoexporteur will beim britischen Absatz der drittgrößte Autokonzern sein. Gary Lan, ihr Chef für Großbritannien, sagt, das Ziel sei nicht nur die Menge. Es ist Respekt. Er spricht davon, hier Forschung und Entwicklung aufzubauen und Flaggen in den lokalen Ingenieurboden zu pflanzen.

Schauen Sie sich die Zahlen an. Ein Jahr. Das genügte, um den Marktanteil von zwei Prozent auf fast sieben Prozent zu steigern. Jaecoo und Omodda übernahmen zunächst die schwere Arbeit. Chery selbst startete letzten Herbst. Die Daten? Es zeigt Dynamik. Der Jaecoo 7 ist bereits 206 das drittmeistverkaufte Neuauto Großbritanniens.

Warum ist das ehrgeizig? Denn Großbritannien ist eine harte Nuss. Lan sagte der „Future of the Car“-Konferenz der Financial Times, dass diese Markteinführung ein zwanzigjähriger Traum gewesen sei. Der Markt ist ausgereift. Anspruchsvoll. Als Top-Drei-Anwärter antreten? Für einen Neuling? Stolz. Vielleicht naiv. Wahrscheinlich beides. Der Fokus liegt jedoch weiterhin auf der Kundenzufriedenheit und dem Gewinn des Einzelhändlers.

„Was wirklich zählt, ist, dass wir unseren Anteil steigern … mit guter Kundenzufriedenheit und guten Restwerten.“

Hier sitzen sie gerade. Chery-Omoda-Jaeco ist mit über 46.000 Anmeldungen seit Jahresbeginn die fünftgrößte Gruppe. Hinter BMW-Mini. Hinter Hyundai-Kia. Weit hinter VW und Stellantis. Um aufs Podium zu kommen, müssen sie überholen.

Der nächste Schritt ist nicht der Verkauf. Es ist Software. Insbesondere geht es darum, dass ihre Autos Großbritannien verstehen. Der Spurhalteassistent ist derzeit… unruhig. Es liest britische Fahrspuren nicht gut. Die Fahrerüberwachung muss verbessert werden. Fahrhandling? Muss für diese holprigen Straßen angepasst werden.

Dann gibt es noch die unausgesprochenen Regeln. Blinkende Lichter. In China bedeutet das eines. Hier? Es könnte bedeuten: „Du kannst jetzt aussteigen“ oder es könnte bedeuten: „Du Idiot, geh rüber.“ Chery muss das bekommen. Automatisierte Autos müssen menschliche Signale lesen.

Dazu brauchen sie Körper. Cherys britisches Team ist dieses Jahr von 40 auf 150 gewachsen. Weitere kommen. Sie erwägen Universitätspartnerschaften wie Warwick, um lokale Talente zu fördern. Die Fahrzeuge „britischer“ zu machen, ist kein Slogan. Es handelt sich um einen Ingenieurauftrag.

Produktion? Das ist Schritt vier. Aber lasst uns nicht voreilen. Nissan schaut zu. Das Nissan-Werk in Sunderland schreit nach Volumen. The Leaf, Qashqai und Juke rückten in eine Reihe. Ein ganzes Fließband steht leer. Kostengünstig. Effizient. Nicht ausreichend genutzt.

Nissan-Chef Ivan Espinosa nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie brauchen Partner. Sie reden mit Chery. Sie sprechen mit Dongfeng, dem chinesischen Joint-Venture-Partner von Nissan. Der Elektro-SUV NX8 könnte hierher kommen. Dongfeng-Elektrofahrzeuge könnten anderswo aus China versendet werden. Aber die Logik, diese Sunderland-Linie zu füllen? Es ist da. Warten.

Chery könnte der Branche den nötigen Schub geben.

Ob sie die Landung durchhalten, bleibt abzuwarten. 🏁